Nicht jeder Geist findet seine Ruhe...

 

Eine Gruselgeschichte von Anika Humpert. Vielen Dank!

 

 

Erst kürzlich zog ich mit meiner Familie um. Da mein Papa nach langer Zeit als Arbeitsloser endlich einen Job in Berlin gefunden hatte, mussten wir nun von Hamburg in ein altes, zerfallenes, gruselig wirkendes Haus in Berlin ziehen. Schnell fand ich neue Freunde und bald übernachtete auch meine neue Freundin Katrin bei mir. Doch am Abend konnten wir beide nicht einschlafen. Die Fensterläden klapperten und immer wieder schlug ein Ast der alten Weide auf unserem Grundstück an unsere Haustür, sodass es sich wie das Klopfen einer Person anhörte. Katrin und ich hielten uns vor Angst zitternd die Ohren zu, doch dies half nichts. Dann, als die Standuhr im Flur 12 schlug, hörten wir auf einmal unheimliche Schritte, die vom Dachboden, der sich direkt über meinem Zimmer befand, zu kommen schienen. Ein eiskalter Schauer lief mir den Rücken hinunter. Wer rannte bloß mitten in der Nacht auf dem Dachboden herum? Katrin und ich gingen hinaus auf den Flur und stiegen mit zittrigen Knien die Leiter zum Dachboden empor. Ich machte die Luke auf und... Ich schrie auf. Ich blickte in das Gesicht einer Frau! Obwohl ihr Gesicht mehr als 50cm von meinem Gesicht entfernt war, konnte ich ihren fauligen Atem riechen. Sie trug ein violettes, altmodisches Kleid, das in Fetzen von ihrem dünnen, knochigen Körper herabhing. Die Frau stank nahezu nach Verwesung! Dann flüsterte die Frau mit leiser, aber eindringlicher Stimme: "Helft mir! Bitte helft mir doch! Er ist hier im Haus und er sucht mich! Er wird mich töten, wenn ihr mir nicht helft!" Ich war starr vor Angst, und Katrin schien es genauso zu gehen. Plötzlich hörte ich hinter mir Gepolter auf der Treppe. Ich drehte mich um und sah, wie meine Eltern die Leiter hochkamen. Als ich mich wieder zum Dachboden umdrehte, war die Frau weg. Da wo sie gerade noch gestanden hatte, war nur noch ein kleiner Blutfleck. Aber die Frau war weg, einfach verschwunden! Als meine Eltern uns fragend ansahen, erzählte ich ihnen alles, was passiert war. Daraufhin erzählte meine Mutter Katrin und mir bei einer heißen Tasse Kakao in der Küche, dass in unserem Haus vor langer Zeit eine Frau gewohnt hat. Diese wurde aber auf dem Dachboden von ihrem eigenen Mann ermordet. Darum auch der Blutfleck. Vormieter erzählten auch, dass ihnen der Geist der Frau auf dem Dachboden erschienen sei. Sie glaubt immer noch, dass ihr Ehemann hinter ihr her sei!

 

 

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Quelle: www.unterhaltungsspiele.com